Kizilhan, Psychische Erkrankungen bei Migrantinnen und Migranten aus familienorientierten Gesellschaften
Psychische Erkrankungen bei Migrantinnen und Migranten aus familienorientierten Gesellschaften Von Jan Ilhan Kizilhan Einleitung Im Zeitalter von Globalisierung und weltweiten Wanderungsbewegungen haben wir es seit einigen Jahrzehnten verstärkt auch in der Gesundheitsversorgung mit Menschen aus anderen Kulturen zu tun. Bereits jetzt hat jeder fünfte Bundesbürger einen Migrationshintergrund, und die Tendenz ist steigend. Gerade Menschen aus familienorientierten Gesellschaften (vor allem aus dem Nahen und Mittleren Osten) verfügen in der Regel über ein anderes Krankheitsverständnis und eine andere Krankheitsverarbeitung, welche die Behandler vor eine Herausforderung stellen.1 Die Inanspruchnahme von ambulanten und stationären psychosomatischen und psychiatrischen Maßnahmen war bis in die 1980er-Jahre relativ gering.2 Die Mehrzahl der versicherten Migranten aus der Türkei wollte sich bei einer möglichen Rückkehr in ihr Herkunftsland ihre eingezahlten Rentenbeiträge auszahlen lassen und wollte zum Beispiel keine Rehabilitationsmaßnahmen durchführen. Auch der Gang zu einem Therapeuten schien vielen Migrant / innen noch schambehaftet zu sein, da sie nicht für „verrückt“ …
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