I-17.1.1

Ramsel, Deutschland und seine Kinder – eine Frage der Religiosität?

2012 14 Seiten

Deutschland und seine Kinder - eine Frage der Religiosität? Von Carsten Ramsel Die Bevölkerungswissenschaft beschäftigt sich seit ihren Anfängen mit der Religionszugehörigkeit bzw. Religiosität als demografischer Faktor.1 Die Datengrundlage für eine demografische Theorie der Religiosität war allerdings bis in die 1980er-Jahre äußerst schlecht. Dies betraf sowohl die Menge der Daten, den Zeitraum, in dem aussagefähige Daten erhoben wurden, als auch das bis in die 1960er-Jahre fehlende Verständnis der quantitativen Sozialforschung, Reli giosität multidimensional aufzufassen.2 In der Folge interpretierten die Autor(inn)en (älterer) Studien ihre Ergebnisse meist gemäß einer vorherrschenden Ideologie und damit verbundenen Ängsten vor dem Verlust des politischen und gesellschaftlichen Einflusses einer bestimmten Gruppe3 oder aufgrund kaum überprüfbarer Prämissen.4 Drei weitere Erklärungsversuche der reproduktiven Unterschiede von Personen unterschiedlicher Religionsgemeinschaften tragen verschiedene Wissenschaftler(innen) immer wieder vor. Die These der sozialen Charakteristika erklärt die reproduktiven Unterschiede religiöser Menschen aufgrund sozialer Unterschiede (z. B. allgemeiner Schulbildung und Einkommen). Reynolds und Tanner (1983) sehen …

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