Blume, Religionsdemografie
Religionsdemografie - Zum Kinderreichtum einiger religiöser Traditionen und Gemeinschaften MICHAEL BLUME Einleitende Beobachtungen Die Beobachtung, dass sich Mitglieder religiöser Gemeinschaften im Fami - lien- und Reproduktionsverhalten unterscheiden, ist schon sehr alt. So berichtet das biblische Buch Exodus von der Angst des Pharao vor dem Kinderreichtum der Israeliten - ein Konflikt, der schließlich in die Erzählung vom Auszug der Minderheit nach Israel mündet. Bis heute gelten die nach Gen. 1,28 ersten Worte des biblischen Gottes an die gerade erschaffenen Menschen: „Seid fruchtbar und mehret euch!“ als erstes aller 613 biblischen Geund Verbote. Für die Neuzeit sind neben kinderreichen Gemeinschaften des orthodoxen Judentums auch christliche Gemeinschaftstraditionen wie die Old Order Amischen, Old Order Mennoniten oder Hutterer belegt, die trotz fast völligen Verzichts auf aktive Mission aufgrund ihrer hohen Kinderzahl zwischen sechs und acht Kinder pro Frau durch das 20. Jahrhundert hindurch nahezu exponentiell gewachsen sind.1 Zwar ist unstrittig, dass staatliche Familienförderung die …
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