Neumann, René Guénon: Ein französischer Esoteriker des 20. Jahrhunderts
René Guénon: Ein französischer Esoteriker des 20. Jahrhunderts WOLFGANG NEUMANN Wenn wir die Geschichte der kulturellen und religiösen Begegnungen zwischen „Ost“ und „West“ im 19. und 20. Jh. betrachten, stoßen wir auf eine Reihe von Personen, für die das Zusammentreffen von Ost und West mehr war, als ein auf die Sphäre des rein intellektuellen Verstehens beschränkter Austausch, der die Grundlagen des eigenen Lebens eigentlich kaum berührt. Das waren Menschen, deren zum Teil abenteuerliches Leben sozusagen auf der Berührungslinie verschiedener Welten verlief. Ich denke dabei etwa an Friedrich Rückert, der zwar nie Deutschland verließ, aber in seinen Dichtungen und grandiosen Übersetzungen aus orientalischen Sprachen ein tiefes Verständnis für östliche Lebenswelten verriet; an Richard Burton, auch er ein Sprachengenie wie Rückert, dazu aber Abenteurer und Entdeckungsreisender par excellence; Isabelle Eberhardt, reisende Schriftstellerin, die zum Islam übertrat; dann die Riege großer Orientalisten wie Louis Massignon, Henri Corbin, Jacques Berque und Emile Dermenghem. Mit …
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