Strube, Esoterik und Rechtsextremismus
Esoterik und Rechtsextremismus JULIAN STRUBE Zusammenfassung Der Frage nach dem Verhältnis von Esoterik und Rechtsextremismus wird im Folgenden sowohl aus historischer als auch aus gegenwartsbezogener Perspektive nachgegangen. Es werden zwei diachron miteinander verbundene Schwerpunkte gesetzt: Dies ist erstens das Verhältnis von Nationalsozialismus und Strömungen wie Theosophie und Anthroposophie, vor allem aber Ariosophie. Ein zentrales Argument lautet dabei, dass sowohl Esoterik als auch Nationalsozialismus zu Unrecht häufig als das „Andere“ der europäischen Kultur betrachtet werden: Ihre Berührungspunkte resultierten gerade aus Aspekten, die sich als kulturell „ordinär“ erweisen. Zweitens wird die damit verflochtene Entstehung rechtsextremer und neonazistischer internationaler Netzwerke in der Nachkriegszeit beleuchtet. In diesem Zuge wird herausgestellt, dass weit verbreitete Vorstellungen von „Nazi-Okkultismus“ einerseits ein Ergebnis popkultureller Motive sind, zweitens aber auch rechtsextremer Diskurse. Deren Einfluss lässt sich heutzutage nicht nur in subkulturellen oder gesellschaftlich marginalen Kontexten verzeichnen, sondern auch auf weltpolitischer Bühne. Es folgt daher abschließend ein Plädoyer für eine …
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