Dörfler-Dierken, Seelsorge an Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr
Seelsorge an Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr ANGELIKA DÖRFLER-DIERKEN Religion und Krieg sind seit den ältesten Tagen der Menschheit eng verbunden: Religionsagenten wie Seher, Priester oder Heilige spielten häufig eine wichtige Rolle vor dem, im und nach dem Kampf; Heilsversprechen für getötete Kämpfer und religiöse Dämonisierung des Gegners sind bis heute geläufig. Sakralisierung des Krieges und Verklärung des Soldatentodes als Opfer für die völkische oder religiöse Gemeinschaft der Überlebenden sind noch immer üblich. Diese Phänomene erklären sich zwanglos daraus, dass Krieg - hier unspezifisch gebraucht für die völkerrechtlich geregelte Auseinandersetzung zwischen Staaten ebenso wie für den sogenannten asymmetrischen Krieg, den Guerillakampf und den Bandenkrieg - das Tötungstabu zeitweilig im Blick auf bestimmte Individuen oder Gruppen außer Kraft setzt und Gemeinschaften von exaltiert erregten Kämpfern, häufig zuvor Zivilisten, schafft. Zur Mobilisierung bedarf es der Schaffung von Sinnhorizonten und Feindbildern, die Menschen dazu bewegen, sich über das Tötungstabu hinwegzusetzen. Im christlichen Mittelalter …
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