Kaltenberger, Religionsphänomenologie: Zwischen kulturwissenschaftlicher Wende und dem Anspruch ihres Phänomens?
Religionsphänomenologie: Zwischen kulturwissenschaftlicher Wende und dem Anspruch ihres Phänomens? Von Doris Kaltenberger Die Auseinandersetzung mit theoretischen und methodischen Grundfragen stellt für jede Wissenschaft eine Notwendigkeit dar, nicht nur um Forschung betreiben zu können, sondern auch um ein gemeinsames Disziplinverständnis zu erarbei ten, weiterzuentwickeln oder nach außen vertreten zu können. Im Unterschied zu anderen Disziplinen wird diese Diskussion in der Religionswissenschaft etwas vernachlässigt. Kongresse, Workshops, aber auch religionswissenschaftliche Lehrveranstaltungen beinhalten wenig dezidiert methodische Agenden. Das Feld der „Religion“ ist ein großes, das Disziplinverständnis ein polyvalentes. Schon Joachim Wach attestierte 1924 der Religionswissenschaft eine Art von Verwirrung in ihren methodischen Grundfragen1 . Der Anspruch der Religi onswissenschaft ist es, dem empirischen Wissenschaftsideal zu entsprechen. Michael Stausberg zeichnet die Religionswissenschaft als „gegenstandsdefinier tes Fach“2 , welches empirisch arbeitet und eine „Gesamtkompetenz zum Thema Religion“3 beansprucht. Zudem erkennt er eine „Ablehnung des Sonderstatus von Religion als eines autonomen Wirklichkeitsbereichs“4 , was eben zu einer …
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